Mit Hund durch Europa — Teil 03
Mit Hund nach Mallorca.
Was du wirklich wissen musst.
Es gibt Reisen, die man einfach nicht ohne seinen Hund antritt. Mallorca gehört für viele dazu. Wer einen kleinen Hund hat, kann fliegen. Wer einen großen hat, nimmt die Fähre — und macht damit oft die schönere Reise. Hier ist alles, was du für beide Wege brauchst.
Von Pia von Ramin · Lesedauer ca. 6 Min.
Fährhafen Barcelona — der Moment, in dem Mallorca aufhört, eine Idee zu sein
Kapitel 01 — Die Anreise
Für große Hunde: Die Fähre
Mallorca wird mehrmals täglich von den Häfen Barcelona, Valencia und Dénia aus angefahren. Die beiden großen Reedereien sind Baleária und Trasmed (ehemals Trasmediterránea). Die schnellste Verbindung ist die Fast Ferry von Baleária ab Dénia nach Palma — rund fünf Stunden. Wer aus Norddeutschland kommt, wählt oft Barcelona als Startpunkt; die Überfahrt dauert dort etwa siebeneinhalb Stunden, ist aber bequemer zu erreichen.
Für die Buchung lohnt sich ein Vergleichsportal wie Direct Ferries oder Ferryhopper — dort bekommst du alle Verbindungen auf einer Seite. Frühzeitig buchen zahlt sich aus, besonders in der Hauptsaison.


An Bord — das Sonnendeck ist erlaubt und meist der entspannteste Ort für Hund und Mensch
Hund an Bord: Trasmed wurde von der spanischen Tierschutzorganisation FAADA als haustierfreundlich ausgezeichnet und bietet Kabinen für bis zu zwei Tiere an — Voraussetzung ist ein Gewicht unter 30 kg. Bei Baleária empfiehlt sich eine explizit haustierfreundliche Kabine; welches Schiff auf welcher Route fährt, lohnt sich vorab zu erfragen.
Für alle Fähren gilt: Leine und EU-Heimtierausweis müssen griffbereit sein. Auf dem Außendeck ist meist Leinenpflicht — kein Problem, denn genau dort ist es für die Hunde am angenehmsten.
Tipp für den Norden: Ab Toulon mit Corsica Ferries
Wer aus Norddeutschland kommt und nicht gute 16-17 Stunden bis Barcelona fahren möchte, hat eine oft übersehene Alternative: Corsica Ferries fährt von Toulon direkt nach Alcúdia im Norden Mallorcas — fünfmal pro Woche, Überfahrt je nach Abfahrtszeit zwischen 14 und 23 Stunden. Palma ist von Alcúdia aus in rund 50 Minuten erreichbar.
Der entscheidende Vorteil gegenüber Barcelona: Bei Corsica Ferries darf der Hund mit in die Kabine. Wer mit Trasmed oder Baleária ab Barcelona fährt, muss ihn dagegen im Zwinger an Deck unterbringen. Für einen großen Hund — und für das Gewissen seines Menschen — ist das ein erheblicher Unterschied, besonders bei einer Nachtüberfahrt.
Der Weg nach Toulon ist von Hamburg oder Bremen rund drei Stunden kürzer als nach Barcelona, und auch Maut und Sprit fallen günstiger aus. Buchung direkt über corsica-ferries.de. Mitführpflicht: Leine, Maulkorb an Bord, EU-Heimtierausweis und Gesundheitszeugnis (nicht älter als drei Monate).
Kapitel 01 — Die Anreise
Für kleine Hunde: Der Flug
Wer einen Hund bis 8 kg hat — inklusive Transporttasche — kann auch fliegen. Mallorca ist von Deutschland aus gut zwei Stunden entfernt, mehrere Gesellschaften fliegen direkt an. Die entscheidende Frage ist nicht die Flugdauer, sondern ob dein Hund zwei Stunden entspannt in einer Tasche unter dem Vordersitz liegt. Wenn ja, ist der Flug eine echte Option.
Eurowings fliegt ab Hamburg, Düsseldorf, Stuttgart und weiteren deutschen Städten direkt nach Palma. Hunde bis 8 kg dürfen in einer weichen Transporttasche (max. 55 × 40 × 23 cm) in der Kabine mitreisen — die Tasche kommt unter den Vordersitz. Gebühr: ab 60 € pro Strecke, vorab anmelden, die Plätze sind begrenzt. Hartschalenboxen sind nicht erlaubt.
Condor fliegt im Sommer täglich ab Frankfurt, Hamburg, München, Düsseldorf und Stuttgart nach Palma. Kleine Hunde dürfen in der Kabine mit, größere Hunde werden im klimatisierten Frachtraum transportiert. Anmeldung spätestens 8 Stunden vor Abflug.
Lufthansa erlaubt ebenfalls Hunde bis 8 kg in der Kabine mit denselben Maßvorgaben. Ryanair und EasyJet nehmen keine Hunde mit — wer günstig fliegt, reist ohne Vierbeiner.
Worauf es bei der Wahl der richtigen Flugtasche wirklich ankommt — Maße, Stabilität, Belüftung — haben wir in unserem Flugtaschen-Ratgeber zusammengefasst.
Kapitel 02 — Unterkunft
Finca ist die Antwort
Hotels mit großem Hund? Möglich, aber aufwendig. Die ehrlichere Empfehlung: eine Finca mit eingezäuntem Garten. Davon gibt es auf Mallorca viele — und gerade in der Nebensaison sind sie erschwinglich. Der Vorteil ist offensichtlich: kein tägliches Aushandeln mit der Rezeption, kein Ablesen am Blick des Personals, ob der Hund wirklich willkommen ist.
Auf Airbnb und ähnlichen Plattformen lässt sich gut filtern — "Haustiere erlaubt" plus "eingezäunter Garten" bringt bereits eine solide Auswahl. Wichtig: vor der Buchung konkret nachfragen, wie groß der Hund sein darf. Manche Vermieter denken bei "Hund erlaubt" an einen Cavalier.
Mallorquinischer Naturstein, weißer Vorhang im Wind — und ein Hund, der genau weiß, wo er hingehört
Kapitel 03 — Strände
Die Wahrheit über Mallorcas Strände
Wer im Juli nach Mallorca fährt und seinen Hund mit an den Strand nehmen möchte, wird enttäuscht sein. An den meisten Stränden der Insel gilt von Juni bis September ein striktes Hundeverbot — und es wird kontrolliert. Bußgelder sind keine Seltenheit.
Die gute Nachricht: Wer die Nebensaison wählt — Mai, Juni (früh), September, Oktober — hat die Insel für sich. Leere Sandstrände, türkisblaues Wasser, kein Gedränge. Der Hund darf ins Wasser. Die Stimmung ist eine andere.
"Mallorca in der Nebensaison ist ein anderes Mallorca. Und für Hundebesitzer eindeutig das bessere."
So sieht Mallorca aus, wenn die Saison vorbei ist — oder noch nicht begonnen hat


Links: Der Strand gehört uns. Rechts: Auch der kleine Hafen ist ein Badeplatz
Kapitel 04 — Küste & Natur
Die Insel, die kein Reiseführer zeigt
Abseits der Strandpromenaden zeigt Mallorca sein bestes Gesicht: die Felsenküsten im Osten und Süden, die Tramuntana im Norden, die goldene Macchia des Inlandes im Herbst. Für Hunde ist das ein Paradies — und für die, die sie begleiten, ebenfalls.
Die Küstenwege der Insel sind oft felsig und ungesichert — das Meer ist jederzeit zum Greifen nah. Gutes Schuhwerk, Wasser einpacken, und ein Hund der gerne klettert: mehr braucht es nicht für einen perfekten Vormittag.


Die Felsküste im Süden der Insel — kein Sandstrand, aber das bessere Erlebnis
Kapitel 05 — Packliste
Was du einpacken solltest
Checkliste
- EU-Heimtierausweis mit aktuellem Impfstatus
- Nachweis der Chip-Nummer
- Zeckenschutz — auf Mallorca ganzjährig relevant
- Kleine Wasserflasche für Gehwege in der Stadt
- Kotbeutel — Bußgelder werden konsequent verhängt
- Sonnenschutz für empfindliche Stellen (Nase, Bauch)
- Faltbarer Wassernapf für Wanderungen
- Reserveleine — überall in der Öffentlichkeit Leinenpflicht
"Mallorca mit Hund ist möglich — und bei richtiger Planung wirklich schön. Die Insel belohnt alle, die nicht mit dem Strom schwimmen."
Nächste Folge — Teil 04: Spanien Festland
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Pia von Ramin ist Gründerin von 4legs.de und lebt in Hamburg. Sie reist regelmäßig mit ihren Hunden und kennt die Tücken jedes Transportwegs aus eigener Erfahrung. |



